XML: Die Grundlage für strukturierten Datenaustausch

XML: Die Grundlage für strukturierten Datenaustausch

XML: Die Grundlage für strukturierten Datenaustausch

In einer datengetriebenen Welt ist strukturierte Information unverzichtbar. Eine der wichtigsten Technologien zur Organisation und Übertragung von Daten zwischen Systemen ist XML.

Obwohl XML bereits seit Jahrzehnten existiert, ist es weiterhin hochrelevant – insbesondere in Enterprise-Systemen, Webservices, APIs und Konfigurationsumgebungen.

Doch was genau ist XML – und warum spielt es auch heute noch eine wichtige Rolle?

Was ist XML?

XML steht für Extensible Markup Language. Es handelt sich um eine Auszeichnungssprache, die entwickelt wurde, um Daten strukturiert und menschenlesbar zu speichern und zu übertragen.

Im Gegensatz zu HTML, das zur Darstellung von Inhalten dient, beschreibt XML die Daten selbst.

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    <title>Learning XML</title>
    <author>John Smith</author>
    <year>2025</year>
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Die Tags sind nicht vordefiniert – sie können individuell definiert werden. Dadurch ist XML flexibel und erweiterbar.

Zentrale Eigenschaften von XML

1. Selbstbeschreibende Struktur

XML verwendet benutzerdefinierte Tags, die den Inhalt eindeutig beschreiben. Dadurch sind XML-Dokumente sowohl für Menschen als auch für Maschinen gut verständlich.

2. Plattformunabhängigkeit

XML funktioniert unabhängig vom Betriebssystem oder der Programmiersprache. Es wird häufig eingesetzt, wenn verschiedene Systeme zuverlässig miteinander kommunizieren müssen.

3. Hierarchischer Aufbau

XML-Dokumente sind baumartig strukturiert:

  • Ein Wurzelelement
  • Unterelements
  • Verschachtelte Strukturen

Diese Hierarchie eignet sich besonders gut zur Darstellung komplexer Datenbeziehungen.

4. Strenge Syntaxregeln

XML verlangt eine sogenannte „Well-Formedness“:

  • Jedes Element muss geschlossen werden
  • Tags müssen korrekt verschachtelt sein
  • Es darf nur ein Wurzelelement geben
  • Attributwerte müssen in Anführungszeichen stehen

Diese Regeln sorgen für Konsistenz und Validierbarkeit.

Wo wird XML heute eingesetzt?

Trotz der starken Verbreitung von JSON ist XML in vielen Bereichen weiterhin fest etabliert.

Webservices (SOAP)

Viele Enterprise-APIs nutzen XML-basierte SOAP-Protokolle für sicheren Datenaustausch.

Konfigurationsdateien

Zahlreiche Systeme verwenden XML zur Konfiguration, beispielsweise:

  • Build-Systeme
  • Anwendungseinstellungen
  • Server-Konfigurationen

Dokumentenformate

Mehrere bekannte Dateiformate basieren auf XML:

  • Microsoft Office-Dateien (.docx, .xlsx)
  • SVG-Grafiken
  • RSS-Feeds

Enterprise-Integration

In großen Organisationen wird XML häufig genutzt für:

  • Finanzdatenaustausch
  • Behördensysteme
  • Lieferkettenintegration
  • B2B-Kommunikation

XML vs. JSON

Sowohl XML als auch JSON dienen dem Datenaustausch – unterscheiden sich jedoch in Struktur und Einsatzgebiet.

Vorteile von XML:

  • Umfangreiche Validierungsmöglichkeiten (XSD, DTD)
  • Unterstützung von Namespaces
  • Gut geeignet für dokumentenorientierte Strukturen

Vorteile von JSON:

  • Kompaktere Syntax
  • Schnellere Verarbeitung
  • Weit verbreitet in modernen REST-APIs

Gerade im Enterprise-Umfeld bleibt XML aufgrund seiner Robustheit und Validierungsoptionen weiterhin relevant.

Vorteile von XML

  • Menschenlesbares Format
  • Klar strukturierte Daten
  • Erweiterbar und flexibel
  • Ausgereifte Validierungstools
  • Plattformübergreifend einsetzbar

Herausforderungen von XML

  • Umfangreiche (teilweise sehr lange) Syntax
  • Größere Dateigröße im Vergleich zu JSON
  • Höherer Parsing-Aufwand in schlanken Anwendungen

Trotzdem gilt XML weiterhin als zuverlässiger Standard für strukturierten Datenaustausch.

Fazit

XML ist vielleicht nicht die modernste Technologie – aber eine der stabilsten und bewährtesten.

Wer mit APIs, Legacy-Systemen, Dokumentenverarbeitung oder Enterprise-Integrationen arbeitet, sollte XML verstehen und sicher einsetzen können.

Im Bereich strukturierter Daten bleibt XML eine tragende Säule für Stabilität, Sicherheit und Interoperabilität.